oder wie kommt die Werbung auf’s Kölschglas?!
Kölsch ist nicht nur die Sprache eines alt römischen Volkstammes, der vor 2000 Jahren keine Lust verspürte, den Heimweg aus Germanien in die ewige Stadt am Tiber anzutreten, sondern Kölsch ist wie bekannt ein Lebensgefühl, von dem die fußkranken Römer erfasst wurden, als sie darüber nachdachten, wie weit der Fußweg noch bis in die Heimat ist. So siedelten sie vor 2000 Jahren kurzerhand am Rhein, 1500 Kilometer von zuhause entfernt und frönten dem “Clancularius” dem heutigen Wort für „Klüngel“ und tranken Met, als das damals bevorzugte Getränk der Götter.

Das ist bis heute so geblieben, bis auf den kleinen
Unterschied, das den Einwohnern von „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ einer römischen Siedlung am Rhein, dem heutigen Köln, das Met allmählich sauer aufstieß, weil mit den römischen Göttern hatte man nicht mehr viel am Hut. Man baute eine Kathedrale bei der es immer viel staubte und diesen Staub musste man irgendwie herunterspülen. So kam der Wandel und die Lust auf den gerade frisch erfundenen Gerstensaft, den man dann in ein neues Lebensgefühl wandelte, das man später „Kölsch“ nannte.
Die Geschichte der Kölschen-Braukunst geht bis ins 8. Jahrhundert zurück, und hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten.
Böse Zungen behaupten, „Kölsch“ wäre ein chemisches Gemisch, welches zwingend aus Reagenzgläsern getrunken werden muss, aber das ist eine böswillige Verleumdung missgünstiger Konkurrenten, die nichts besseres anzubieten haben als „Altbier“. Igitt!
Nun wir lieben unsere Nachbarn aus dem Neandertal, aber möchten nie mit ihnen tauschen.
Kölsch hin Alt her, alle Trinkgläser der Rheinischen Braukultur werden zum Zwecke der besseren Unterscheidung optisch gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung ist ebenso notwendig wie sinnvoll, um von Vornherein unterscheiden zu können, trinkbar oder „Vorsicht“ giftig!
Diese Art der Kennzeichnung ist mindestens genauso alt, wie das Bier selbst, denn Kölschgläser werden seit alters her im Siebdruckverfahren dekoriert, einem Druckverfahren dem man nachsagt, es wurde schon von den Neandertalern praktiziert.
Man unterscheidet heute, bei der Dekoration von Gläsern im Siebdruck, zwischen dem Direktdruckverfahren und dem indirekten Transferdruck.
Passgenauigkeit ist immer dort gefragt, wo zwei oder mehrere Farben eines Motivs, in einem engen grafischen Zusammenhang stehen. Ist dieser grafische Zusammenhang in einem Motiv auf verschiedene Eben verteilt, ist das Bedrucken auch mit mehreren Druckfarben möglich. Sobald aber ein Druckmotiv aus mehreren Druckfarben zu einer Einheit verschmelzen soll, erfordert das gewisse technische Voraussetzungen und Einrichtungen, welche die Lösung dieser Aufgabe erst ermöglichen.
Beim Direktdruck wird ein Drucksieb mit Motiv in eine spezielle dafür eingerichtete Sieb-Runddruckmaschine eingespannt und mit Druckfarbe befüllt. Das zu bedruckende Glas wird auf einen drehbaren Rollenbock aufgelegt und ausgerichtet. Zum eigentlichen Druckvorgang senkt sich das Sieb auf das Glas und rollt darüber hinweg, während eine Gummirakel das Druckmotiv durch die offenen Stellen des Siebs, auf das sich drehende Glas überträgt.
(siehe Video)
So einfach dieser Vorgang aussieht, so diffizil und aufwändig ist das Verfahren und die damit verbundenen Vorbereitungen und Einrichtungen.
Gebrauchsgläser werden, im direkten Siebdruckverfahren, überwiegend auf einem Rollenbock gedruckt. Da aber Gläser in engen Grenzen häufig nicht immer maßhaltig sind, ist das ein zum Teil diffiziles Unterfangen. Meistens handelt es sich bei Gebrauchsglas um Pressgläser, die in der Regel vollautomatisiert in großen Massen gefertigt werden. Bei der Abkühlung der Gläser während des Herstellungsprozesses, kann es aus vielerlei Gründen zu Verformungen des noch weichen Glases kommen. Diese Verformungen ist zwar optisch nicht immer zu erkennen führt aber dazu, dass die Gläser zum Teil deformieren und krumm werden, dass sie für den Siebdruck auf einer Abrollvorrichtung nicht mehr geeignet sind. Insofern müssen die Gläser alternativ auf einem Dorn gedruckt werden, der durch seine Nachgiebigkeit solche Unebenheiten der Glasform ggf. ausgleichen kann.
Speziell beim Bedrucken von Gebrauchsgläsern gibt es selten gute Passerhilfen, um einen mehrfarbigen Druck präzise auf Gläser aufbringen zu können. Daher werden mehrfarbige Dekors auf Gläser überwiegend im Transferdruckverfahren ausgeführt.
Passerhilfen sind kleine Kerben oder Nasen, die häufig an der Unterseite des Glases mit eingeschmolzen sind, an denen der Drucker die Gläser für den mehrfarbigen Druck ausrichtet.
Im Gegensatz zum Direktdruck, werden für den Glastransfer sogenannte Abziehbilder, auch im Siebdruck hergestellt. Dabei werden die Motive im Flachdruck auf eine silikonisierte Folie aufgebracht. Diese Transfers können auf speziellen Flach-Siebdruckmaschinen absolut passgenau gedruckt werden und erlauben das Erstellen brillante, mehrfarbige Druckmotive.
Die Druckfarben werden dabei seitenverkehrt und in umgekehrter Reihenfolge auf die Transferfolie gedruckt, so dass sie durch den nachfolgenden Transferprozess automatisch wieder in die richtige Reihenfolge umgekehrt werden. Nach dem automatischen Aufbringen des Transfers auf die Gläser, werden diese im Ofen bei 600°C gebrannt, wobei die Transferfolie verbrennt und die Druckfarben mit dem Glas zu einer unauslöschlichen Einheit verschmelzen.
Der Transferdruck ist – im Gegensatz zum Direktdruck – aufgrund der hohen Einrichtungs- und Vorkosten nur dann wirtschaftlich zu realisieren, wenn eine ausreichende Menge an Transfers in einem Auftrag gebündelt werden können.
Der direkte Siebdruck kann auch schon bei kleineren Mengen appliziert werden, da der Aufwand für die Vorkosten und die Kosten für die Nachbehandlung überschaubar sind.
Wir bedrucken für Sie jede Art von Glas, welches sich im Sieb- oder Tampondruck bedrucken lässt. Jede Druckaufgabe verlangt jedoch eine differenzierte Überprüfung der Drucklösung, die man zunächst auf ihre Machbarkeit hin untersuchen muss. Gleichgültig ob es sich um Gebrauchsglas, Dekorglas oder Schmuckglas handelt, ob für den persönlichen Gebrauch oder für einen Marketingzweck. Wir untersuchen die gestellte Aufgabe und überprüfen die Lösung im Hinblick auf eine möglichst rationelle und wirtschaftliche Ausführung. Wir beraten Sie bereits bei der Auswahl der erforderlichen Materialien und erstellen Ihnen im Bedarfsfall ein verbindliches Analyse und eine entsprechendes Druckangebot.
Glas ist ein Material mit vielen Facetten, welches – vergleichbar einem Unternehmen – durch Maßnahmen dekorativer Gestaltung, an Aufmerksamkeit und Wert nur gewinnen kann.
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