Tampondruck ist vom Prinzip her eine Möglichkeiten, alles was aus Glas ist zu bedrucken.
Es ist häufig eine drucktechnische Herausforderung, aber nicht ohne Aussicht auf Erfolg.
Das gilt im gleichen Umfang für die Dekoration von Gebrauchs- gegenständen aus Glas, wie auch für technische Produkte und oder dekorative Gegenstände.
Es gibt Tampondruckfarben für den Glasdruck, die zur besseren Farbhaftung mit einem Glashärter gemischt werden, doch die Farbhaftung und Stabilität von Glasdruckfarbe ist abhängig von der oberflächlichen Beanspruchung des Materials und der zu erwartenden mechanischen Belastung der bedruckten Oberfläche.
Glas hat bekanntlich eine sehr glatte Oberfläche, entsprechend niedrig ist die Oberflächenspannung, äquivalent widerwillig nimmt Glas überhaupt Druckfarbe an.
Durch die homogene und harte Struktur von Glas, können sich Druckfarben nur schlecht auf dem Material verankern. Die Druckfarbe liegt faktisch oben auf, kann nicht in das Material eindringen und entsprechend lange dauert es, bis der Farbauftrag trocken ist. Ohne zusätzliche Trocknungsmaßnahmen wie z.B. Wärmestrahlung oder Ofentrocknung, dauert es in der Regel 5–6 Tage bis die physikalische Trocknung abgeschlossen und die Druckfarbe letztlich ausgehärtet und somit kratzfest ist.
Nun hat Tampondruck noch eine weitere Schwäche, den das Medium Farbe wi
rd nur sehr dünn aufgetragen. Das hängt mit den physikalischen Anhangskräften von Farben zusammen.
Wenn man weiß, dass der Tampon mit einem Stempelzyklus nur ca. 20 – 25 µm Farbe aus dem Druckklischee aufnimmt, dann leuchtet schnell ein, dass es sich hier nur um einen Hauch an Farbmenge handelt die übertragen wird. Daher wirken Tampondruckfarben auf Glas weitestgehend lasierend. Lasierend wiederum heißt, dass man durch die Farbe durchschauen kann, was im einen oder anderen Falle nicht unbedingt wünschenswert ist.
Der Tampon, der vereinfacht ausgedrückt die Druckfarbe aus dem Klischee saugt, kann nur eine bescheidene Menge an Farbsubstrat aufnehmen. Es verbleiben immer Farbreste in der Druckplatte (Klischee). Der Fachmann spricht von Farbabriss. Im weiteren Verlauf wird beim Tampondruck das Motiv sozusagen vom Tampon auf das Produkt ausgerollt. Bedingt durch die Form des Tampons, setzt er mit seinem höchsten Punkt zuerst auf dem Druckgut auf und rollt die Farbe von innen nach außen auf das Objekt. Würde die Druckfarbe ein bestimmtes Mass an Farbvolumen übersteigen, würde der Tampon die Farbe auf dem Druckmaterial zerquetschen. Das Ergebnis wäre zweifelsohne ein unsauberer Druck, sichtbar am Farbverlauf ausgefranster Druckmotive.
Um dem Vorzubeugen kennt man bei Tampondruckmaschinen den Begriff „Doppeldruck“!
Beim Doppeldruck wird einfach ein zweites mal die gleiche Farbe aufgetragen, um damit dem ersten Farbauftrag mehr Deckkraft zu verleihen, und die Farbe auf diese Weise optisch zu verstärken.
Da der Tampondruck häufig für das Bedrucken von Formglas oder auch Gebrauchsglas eingesetzt wird, kommt oft die Frage nach der Haltbarkeit und Stabilität des Farbauftrags.
Da kommt häufig der Begriff „Spülmaschinenfestigkeit“ ins Gespräch.
Nun ist Spülmaschinenfestigkeit kein fest definierter Begriff. Jeder der seine Tasse oder sein Glas nach Gebrauch regelmäßig in die Spülmaschine stellt, wird nach einer Zeit feststellen, dass die Druckfarben allmählich verblassen.
Sie werden vielleicht sagen, bei meiner Tasse aber nicht!
Nun dann besitzen Sie vermutlich eine Tasse, die nicht mit Glas-, sondern mit Keramikfarben bedruckt und die Druckfarbe bei ca. 800° eingebrannt wurde. Hier handelt es sich um Druckfarben die aus keramischen Pigmenten bestehen, welche durch den anschließenden Ofenbrand in die Glasur eingeschmolzen werden. Das ist mit konventionell pigmentierten Glasdruckfarben für den Tampon- oder Siebdruck nicht zu machen. Die würden bei diesen Temperaturen sofort verbrennen. Konventionelle Glasfarben werden lediglich bei max. 150° im Ofen getrocknet, um ihre Farbhaftung an den Begriff „Spülmaschinenfestigkeit“ anzunähern. Natürlich kann man solche Gegenstände aus Glas oder Keramik auch in die Spülmaschine stellen, aber dann lautet die Definition der Gewährleitung nur noch, bedingt „spülmaschinengeeignet“.
Das hängt zum Einen mit den Tensiden und aggressiven Salzen der Spülmittel zusammen, die in der Spülmaschine zum Einsatz kommen. Zum Anderen will man mit diesen chemischen Keulen ein optimales Spülergebnis erzielen. Das geht natürlich auf die Substanz der Farboberfläche, die selbst beim Doppeldruck nur einen bescheidenen Bruchteil der Farbmenge ausmacht, welche alternativ z.B. im Siebdruck aufgetragen werden kann.
Nicht umsonst werden Tassen aus Porzellan und Keramik, wie auch industrielle gefertigte Trinkgläser mit brennfähigen Keramikfarben bedruckt. Das Ergebnis ist stets eine farbtreue und auf Jahre spülmaschinenfeste Ware, die viele Spülgänge überdauert, bis die ersten Abnutzungserscheinungen sichtbar werden. Doch der technische Aufwand in der Nachbehandlung keramischer Drucke ist enorm Energieaufwändig und rechnet sich erst ab einer größeren Druckmenge.
Was lehrt uns das?
Flache und runde Gebrauchsgegenstände aus Glas sind eher eine Domäne für den Siebdruck.