Die ebenso (ohne böse Absicht) lapidare Antwort lautet häufig: Alles !
- Der Fragende ist manchmal der Kürze der Antwort folgend ein wenig verwirrt und ebenso ein wenig verblüfft, denn mit einer so kurzen und trivialen Antwort hat er nicht unmittelbar gerechnet.
So spontan und stereotyp die Antwort auch klingen mag, sie trifft den Nagel auf den Kopf.
Nach einigen Sekunden der verbalen Verdauung, folgt dann häufig die Nachfrage des Kunde:
- Wie meinen sie das eigentlich?
Nun, die absolut ernst gemeinte Gegenfrage lautet dann:
- Was möchten Sie eigentlich bedrucken?
Nun spielt der Kunde seinen Joker aus,
denn die Antwort lautet: Alles !
- Nun aber von vorn:
Nach einem kurzen Lacher führen wir den Kunden in unseren Vorführraum. Dort befinden sich u.a. 4 Vitrinen, voll gestopft mit Demomaterial, alles im Tampondruck bedruckt.
Ich hoffe sie schenken mir jetzt die Aufzählung der Gegenstände die sich in unseren Vitrinen finden, denn dort findet sich alles und nichts, was der Interessent bedrucken will.
Der Kunde ist Werbemittelhändler und sucht eine Drucklösung, um alle Werbemittel, die der Handel zu bieten hat, gleichermaßen im Tampondruck zu bedrucken.
Natürlich finden sich in unseren Vitrinen ein Fülle von bedruckten Werbeartikeln, doch nirgends auf der Welt ist der Wandel und die Veränderung von Produkten so evident wie im Bereich der Werbemittelwirtschaft.
- Nun werden Sie sagen: „Es gibt doch immer wieder die gleichen Werbemittel!“ Stimmt:
Es gibt die so genannten Klassiker unter den Werbemitteln und das sind nun mal die Kugelschreiber, Feuerzeuge, Schlüsselanhänger, Kapselheber, Taschenrechner, Layards, Kalender, usw, usw.
- Aber soll ich Ihnen aufzählen aus welchen Materialien Kugelschreiber, Feuerzeuge, Schlüsselanhänger usw. bestehen können, ganz abgesehen von den Formen, Farben und Größen?
Jeder halbwegs gut sortierte Werbemittelkatalog beinhaltet wenigstens 1.000 Werbemittel, nicht gerechnet die unterschiedlichen Farben und Kombinationen der einzelnen Werbeprodukte, mit denen jeder Kundenwunsch abgestimmt erfüllt werden kann.
Um den potentiellen Kunden richtig und fair zu beraten, muss man an dieser Stelle etwas weiter ausholen.
- Man muss dem Kunden klar machen, dass er sehr wohl mit dem Tampondruck alle möglichen Werbeartikel bedrucken kann, doch jeden Artikel für sich gesehen, nur in einem eng begrenzten Umfang.
Man muss auch wissen, dass der Tampondruck wohl ein sehr filigranes und präzises Druckverfahren ist, welches gestochen scharfe Ab- bildungen liefert. Jedoch durch die beim Kauf gewählte Maschinenkonfiguration, legt sich der Kunde oft auf ein sehr begrenztes Druckformat fest. Mit anderen Worten: Man legt sich beim Kauf einer Tampondruckmaschine auf ein maximales Druckformat fest, dass häufig, auch später nicht ausgeweitet werden kann.
- Nun werden Sie sagen, gängige Werbeartikel sind in der Regel relativ klein und bedürfen keiner besonders großvolumigen Werbeaufdrucke. Das stimmt in vielen Fällen, bezieht man den Werbdruck z.B. auf Feuerzeuge. Aber wie sieht es beispielsweise bei Kugelschreibern aus. Nun auch da kann man einen Kunden überzeugen, den Druck nicht zu groß zu wählen, so dass er halt auf den Kugelschreiber passt. Es gibt eine Vielzahl von Werbemitteln, bei denen der Werbaufdruck im Mittelmaß 20 x 40 mm Druckfläche nicht überschreitet. Aber wie ist das wenn ein Kunde z.B. einen Kalender bedruckt haben will.
- Bei Kalendern gibt es eine unendliche Auswahl. Beginnend beim Taschenkalender über den Wochenkalender zum Cheftimer und dann gibt es ja noch die Wandkalender usw. Natürlich kann man alle die Kalender auch im Tampondruck bedrucken, aber schon beim Wochenkalender wird der Kunde vielleicht einen Aufdruck wünschen der das Mittelmaß von 20 x 40 mm überschreitet, und was dann? Das Druckformat teilen und in zwei separaten Durchgängen drucken?
Davon abgesehen, dass man Kalender eventuell nur sehr schwer ausrichten kann, bestehen die Umschläge von Kalendern oft aus PVC oder aus Leder, manchmal auch aus Pappe. Diese im Tampondruck zu bedrucken bedeutet, dass die häufig bei diesen Werbprodukten verlangten Druckfarben Gold und Silber – im Tampondruckverfahren gedruckt – nicht glänzen.
- Wer schon mal den Versuch gemacht hat Gold im Tampondruck zu drucken, hat schnell festgestellt, dass das Gold nicht glänzt! Aber es gibt glänzenden Golddruck z.B. auf Terminkalender aus Leder oder auch aus PVC. Richtig, aber nicht im Tampondruck gedruckt.
Tampondrucke mit Gold- und Silberfarbe glänzen nicht, sondern wirken eher matt oder seidenmatt, wie der Fachmann die Farbe bezeichnet.
Glänzende Golddrucke gibt es nur im Heißprägeverfahren.
Bleiben wir aber bei den Kalendern und den Druckfarben.
Ein Vielzahl an Taschen- und Terminkalendern bestehen aus einem weichen PVC-Umschlag.
- Nun wissen wir alle, dass Weich-PVC so genannte Weichmacher enthält, damit die Umschläge schön flexibel bleiben. Bedruckt man nun die Kalenderumschläge mit einer beliebigen Druckfarbe, so hat das zunächst noch keine besondere Auswirkung. Wir stellen fest, der Druck ist sauber und haltbar und wir liefern die Kalender an den zufriedenen Kunden. Doch nach einigen Tagen, vielleicht auch Wochen, beginnt die Druckfarbe sich allmählich wieder aufzulösen.
Was ist passiert?
- Nun die Weichmacher im PCV werden durch die Lösemittel der Druckfarbe aktiviert und emigrieren aus dem PVC in die Druckfarbe. Sie arbeiten nun quasi gegen die Absicht der Druckfarbe zu erhärten und lösen diese von innen nach außen wieder auf. Der Kunde wundert sich bei Gebrauch des Kalenders über Farbe an den Fingern und die Werbung kann er auch nicht mehr erkennen. Man sieht, der Werbeaufdruck verfehlt den Sinn.
Diese kleine Episode am Rande einer Betrachtung über den Tampondruck soll Ihnen klar machen, dass man im Tampondruckverfahren nahezu alles bedrucken kann, aber alles auch seine Grenzen hat, insbesondere wenn man eine Universallösung sucht.
Der Kunde ist gut beraten, wenn er sich mit der Absicht trägt eine Tampondruckmaschine zu erwerben, seine Anforderungen sehr genau zu definieren. Das gute alte Pflichtenheft sollte alle Wünsche zusammenfassen, die man an den Einsatz einer Tampondruckmaschine knüpft.
Darin sollte neben dem gewünschten Druckformat auch die gewünschte Druckleistung verzeichnet sein. Wie viele Werbeartikel muss ich an einem Tag bedrucken können, um eine Amortisation der Druckmaschine zu gewährleisten.
Tampondruckmaschinen sind bekanntlich langlebige Wirtschaftsgüter, sofern sie pfleglich behandelt werden. Doch wer glaubt damit alleine eine Existenz aufzubauen, erlebt vermutlich ein Bauunglück. Eine Tampondruckmaschine ist ein Werkzeug mit dem
man umgehen lernen muss. Aber auch alles was neben know-how zum Herstellen von Tampondrucken gebraucht wird, wie Einrichtungen für Klischees, Druckfarben, Tampons, Zusatzmittel und Reinigungszubehör bedürfen einer sorgsamen Auswahl. Druckfarben beinhalten Lösemittel die man zu riechen bekommt, sobald man eine Farbe anrührt. Auch Tampondruckmaschinen mit geschlossenem Farbsystem sind nicht vollkommen geruchsfrei und emittieren Lösemittel. Wer das nicht verträgt oder gar dagegen allergisch ist, sollte verantwortungsbewusst mit den Mitteln umgehen. Es gibt Hilfsmittel zum Arbeitsschutz, welche den Umgang mit und an Tampondruckmaschinen wirksam unterstützen. Nur muss man sie aber auch kennen und anwenden.
- Es gibt viele Möglichkeiten, eine Tampondruckmaschine sinnvoll und ökonomisch für den Werbedruck einzusetzen, um mit ihr Geld zu verdienen und eine Existenz aufzubauen. Doch muss man fachmännischen Rat einholen und sich an gewisse Regeln halten, die im sinnvollen Zusammenwirken der erforderlichen Mittel, ein vertretbares Ergebnis erst möglich machen.
Dafür stehen wir, mit Rat und Tat zur Aufklärung und Unterstützung unserer Kunden.
Wir beraten und beliefern Sie unabhängig und neutral, nach den gängigen Normen und Vorgaben wirtschaftlicher Bedürfnisse und ökologischer Bedingungen.



Guten Tag ,
ich Interessiere mich für das Tampon Druckverfahren .Aber es sind noch bei mir einige Frage offen.
Wenn ich zum Beispiel die auf einem Feuerzeug Meine Telefonnummer drauf bekommen will,
wie erstelle ich das Muster das dann auf dem Stempel kommt , was wieder rum auf das Feuerzeug kommt .
Ich würde mich über eine Antwort ihrerseits sehr freuen.
Mit freundlichen grüßen Tobias Ganske
Sehr geehrter Herr Ganske,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Newsletterbeitrag zum Thema Tampondruck.
Man muss wissen, dass das Druckmotiv beim Tampondruck aus einer Druckplatte (Klischee genannt) kommt.
Das Klischee ist eine dünne Platte, bestehend aus einer UV-lichtempfindlichen Oberschicht und einer dünnen Stahlplatte als Träger.
Für das eigentliche Druckmotiv muss zunächst ein diapositiver sw Film hergestellt werden.
Dieser Film wird dann durch eine Kontaktbelichtung mittels UV-Licht auf das Klischee kopiert.
Nach dem Kopieren des Films auf das Klischee, wird das Motiv mit einer Flüssigkeit aus dem Klischee ausgewaschen.
Das eigentliche Druckmotiv wird dabei als Vertiefung in die Klischeeplatte eingearbeitet. (Tiefdruckprinzip)
Damit ist das eigentliche Klischee als Motivträger für den Tampondruck (nach einer Wärmebehandlung) druckfertig.
Der Tampon hingegen, ist lediglich das Übertragungswerkzeug, mit dem das Motiv vom Klischee auf das Produkt übertragen wird. (Vergleichsweise dem Gummituch beim Offsetdruck)
Beim eigentlichen Druckvorgang wird das Klischee beim Tampondruck zunächst mit Druckfarbe geflutet. Durch ein Abziehen der Klischeeplatte mit einer Ziehklinge(bei offenen Farbsystemen) oder durch den keilförmigen Rand am Farbtopf (bei geschlossenen Farbsystemen), verbleibt die Druckfarbe als Motiv in den herausgearbeiteten Vertiefungen der Klischeeplatte.
Der Tampon wird nun im zweiten Arbeitsschritt zur Farbübertragung auf das Druckmotiv gepresst, wobei er die Luft auf dem Klischee verdrängt.
Es entsteht unter dem Tampon ein Saugeffekt, wobei das Druckmotiv sozusagen vom Tampon aus dem Klischee gesaugt wird.
Ein Drucktampon wird aus Silikon gefertigt und jeder weiß, das Silikon u.a. auch ein gutes Trennmittel ist.
Im zweiten Schritt wird nun der Tampon – mit dem auf seiner Oberfläche befindlichen Druckmotiv – auf den zu bedruckenden Gegenstand gepresst. Auf diese Weise wird das Druckmotiv – einer Abrollbewegung gleich – auf das zu bedruckende Objekt übertragen. Das Silikon im Tampon sorgt dafür, dass sich die Farbe auch entsprechend gut wieder vom Tampon trennt.
Da der Tampon relativ weich und anschmiegsam ist, kann er auf diese Weise das Druckmotiv auch auf unregelmäßig geformte Oberflächen übertragen.
Merke: Der Tampondruck ist ein Seriendruck, der das Druckmotiv – vergleichsweise einem Stempel – aus einem Klischee, auf ein Produkt übertragen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Robisch
GFB Handelsges. mbH
Hallo,
bedrucken sie auch Golfbälle mit Bildern in kleinen Mengen?
Ich habe schon im internet gesucht, aber die händler bieten nur sehr
große stückzahlen an.
MFG
Hallo Niklas,
danke für Deine Anfrage zum Tampondruck auf Golfbällen.
Golfbälle werden fast ausschließlich im Tampondruck bedruckt, weil sich der Tampon aufgrund seiner Flexibilität gut an die genoppte Oberfläche des Golfballs anpassen kann. Dadurch gelangt das Druckbild auch in die Vertiefungen der genoppten Oberfläche ohne dass es Farbabrisse gibt und das Motiv dadurch etwa beschädigt oder unleserlich wird.
Der Tampondruck ist natürlich ein Seriendruck, der einige aufwändige Vorarbeiten notwendig macht, bis man überhaupt einen Golfball bedrucken kann.
Wie im vorangegangenen Beitrag bereits beschrieben, benötigt man, auch für das Bedrucken von Golfbällen, zunächst einen Film. Mit diesem Film wird dann eine Druckplatte (Klischee) erstellt. Danach muss die Tampondruckmaschine auf die Druckaufgabe vorbereitet werden.
Das Einrichten einer Tampondruckmaschine ist eine relativ aufwändige Angelegenheit.
Zunächst muss die Druckfarbe angemischt und druckfertig eingestellt werden. Dazu muss man wissen, dass der Druckfarbe für Golfbälle ein Härter beigemischt werden muss, damit der Aufdruck später auch ausreichend stabil auf dem Golfball haftet. Schließlich soll der Ball auch im Golfspiel genutzt werden und wenn man weiß wie ein Golfball beim Spiel mit Schlägern aus Holz oder Metall traktiert wird, darf man sich nicht wundern wenn das Druckmotiv auf dem Golfball durch mechanischen Abrieb allmählich abplatzt.
Eine Tampondruckmaschine verbraucht zwar sehr wenig Farbe, aber man benötigt schon eine gewisse Grundmenge, damit die Druckplatte überhaupt eingefärbt werden kann.
Zum Einrichten der Tampondruckmaschine – speziell beim Bedrucken von Golfbällen – ist sehr viel Erfahrung notwendig. Da der Tampon das Druckmotiv von einer ebenen Druckplatte (Klischee) aufnimmt und es auf eine Kugel übertragen muss – die eine wesentlich größere Flächenausdehnung hat – kann es dabei zu sogenannten Deformationen des Druckmotivs kommen. Um das zu vermeiden, muss bereits im Vorfeld das Druckmotiv auf der Filmvorlage mittels Grafikprogramm entsprechend bearbeitet werden.
Mit anderen Worten: zählt man alle entstandenen Zeiten für die erforderlichen Nebenarbeiten zusammen, dauert es auch bei einem erfahrenen Tampondrucker mindestens eine Stunden, bis überhaupt der erste Golfball bedruckt werden kann.
Mein soeben beschriebenes Beispiel bezog sich nur auf den einfarbigen Tampondruck auf Golfbälle. Soll das Druckmotiv womöglich drei- oder gar vierfarbig sein, ist der Rüstaufwand an der Druckmaschine entsprechend dreimal oder gar viermal so groß.
Jetzt kannst Du vielleicht verstehen, warum das individuelle Bedrucken von Golfbällen so teuer (weil aufwändig) ist und warum es sich nur lohnt, größere Serien im Tampondruck bedrucken zu lassen.
Doch es gibt wie wir glauben eine hoffnungsvolle und preiswertere Alternaive, Golfbälle auch in kleinen Losgrößen rationell mit einem bunten Motiv zu bedrucken.
Die alternative Drucklösung heißt Digitaldruck.
Es gibt spezielle Flachbett-Digitaldrucker, die auch auf Golfbälle drucken können. Man müsste eigentlich sagen „spritzen“ denn bei den Digitaldruckern handelt es sich im Wesentlichen um Tintenstrahldrucker.
Nun ist der Golfball bekanntlich eine Kugel und da gibt es beim Digitaldrucker einen Druckkopf der nur planparallel drucken kann.
Das ist das, was man beim Golfspiel „Handicap“ nennt
Der Druckkopf sprüht idealer weise aus einer Entfernung von 2 – 3 mm auf den Golfball.
Wird der Abstand zwischen Druckkopf und Golfball durch die Krümmung der Kugel zwangsläufig größer, wir der Druck zum Rand hin allmählich unschärfer.
Mit anderen Worten: der Druckstrahl streut.
Wenn der Aufdruck auf dem Golfball nicht größer sein soll als eine 2€ Münze, kann man dieses Streuen vielleicht verschmerzen. Wenn nicht, ist natürlich wieder der Tampondruck die gefragte Drucklösung, aber dann auch für den größeren Mengenbedarf.
Was lernen wir daraus?
Tampondruck auf Golfbälle erst ab einer Menge von 12 Dtzd. sinnvoll aber dennoch teuer.
Digitaldruck auf Golfbälle auch für kleine Mengen, jedoch mit gewissen Einschränkungen und Qualitätseinbußen, auch bei der Haltbarkeit des Aufdrucks, da beim Digitaldruck keinen 2K-Druckfarben verwendet werden können .
Übrigens: Golfbälle mit denen regelmäßig gespielt wird und der Aufdruck möglichst lange erhalten bleiben soll, müssen nachträglich nochmals mit einem Klarlack schutzlackiert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Robisch
GFB Handelsges. mbH